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Schelmenstück
Wo Narren spielen :3

Närrisches Berlin, Teil 2

odonel @ March 22nd 2010 | Tags: , ,

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Odonel sagt

Odonel:

Schloss CharlottenburgHeute ging es zu den Wahrzeichen der Stadt. Angefangen haben wir mit Schloss Charlottenburg. Ehemals ein kleines Prunkschlösschen namens Lietzenburg einer Dame namens Sophie Charlotte überlassen, die es zum geistigen Zentrum Berlins werden ließ und deswegen nach ihrem Tod als Ehrerbietung nach ihr benannt wurde. Nachdem Friedrich der III. zu Friedrich dem I., König Preußens, wurde, ließ er das mickrige Schlösschen zu einem prunkvolleren Gebäude erweitern.

MausoleumDa gerade eine Sonderausstellung, die uns nicht sonderlich (deswegen Sonderaustellung) interessierte, den Besichtigungspreis in die Höhe trieb, besahen wir nur das Äußere und den Schlosspark. Der Park ist eine interessante Kombination aus französischem barocken Teil, Ganz hinten versteckt sich der Teepavillionmit feinen Kiesmustern auf Gras, eingefasst von kleinen Beeten und einem englischen Landschaftsgarten, voller hoher Bäume und einem kleinen Bach. Für den neugierigen Kundschafter gibt es ein Mausoleum und einen Teepavillon zu entdecken. Beides wunderschöne Gebäude, die aus der Ferne betrachtet nur leicht zwischen all den Bäumen hervorlugen und wie die Behausungen von magischen Wesen anmuten.

Narrenspiel sagt

Narrenspiel:

Anschließend machten wir uns auf, um die Umgebung des Schlosses zu erkunden, in der historische Villen Seite an Seite mit neu aufgezogenen Betonbauten stehen – allerdings überwiegen die Betonklötze deutlich. Dort entdeckten wir auch die Suarezstraße; jene Straße, in welcher der Protagonist Georg “T-Rex” Brandt der begeisternden Hörspielserie Offenbarung 23 in einem Studentenwohnheim wohnt – welches wir auch tatsächlich gesehen haben, obwohl wir uns in dem Moment nicht sicher waren, ob es sich wirklich um ein Studentenwohnheim handelt. In der Suarezstraße ist uns auch erstmals aufgefallen, dass das “ß” in vielen Straßennamen Berlins seltsam antiquiert ausschaut.
Nach einer Stärkung bei Va Piano am Potsdamer Platz (Pizza dell’alpe ist sehr zu empfehlen, wenn man Gorgonzola in Verbindung mit Feigen und getrockneten Tomaten mag) machten wir uns von dort auf den Spuren der ehemaligen Mauer auf den Weg zum Brandenburger Tor.

Odonel sagt

Odonel:

Ich fand es sehr beeindruckend, wie die ehemalige Existenz der Berliner Mauer heute noch gezeigt wird. Mitten im sonstigen Bodenbelag – meist gepflasterte Steine –  verläuft eine vielleicht einen halben Fuß breite Linie, die sich vom Rest abhebt. Es ist nichts was direkt ins Auge sticht, weil es pompös ist. Mehr ein Hauch der Erinnerung, der es total absurd erscheinen lässt, dass hier einmal eine Mauer diese Stadt geteilt hat. Wenn man sieht, wie eine Füßgängerampel auf der einen Seite der Straße im ehemaligen Westen Berlins steht und ihr Gegenstück auf der anderen Seite im ehemaligen Ostern Berlins, dann untersreicht das wie krass diese Teilung damals gewesen sein muss.

Narrenspiel sagt

Narrenspiel:

Wir beide fanden das Holocaust-Denkmal, das sich auf dem Weg Holocaust-Denkmalbefindet, sehr imposant und das Wandern zwischen den übermannsgroßen Steinen, unter denen man das Tagelicht nur noch erahnen kann, mehr als beklemmend.

Am Brandenburger Tor kamen wir an und stellten fest, dass gerade der 18. März war; jener Tag, an dem 1848 dort ein blutige Demonstration im Rahmen der Märzrevolution tobte und an dem sich 1990 die Mehrheit der DDR-Bürger für die Wiedervereinigung der DDR mit der BRD entschlossen. Die Jährung wurde allerdings nicht allzu episch gefeiert, ein paar Blumenkränze und Fotografen waren der einzige Schmuck, den wir auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor vorfanden.

ca. 38392018732 Mrd. Menschen vor dem Reichstag

Das anschließende Gebiet um den Reichstag und das Regierungsviertel war auch hübsch zu durchwandern; allerdings hielten uns die gefühlten 38392018732 Milliarden Menschen vor dem Eingang zum Reichstag davon ab, uns diesen von innen anzusehen. Stattdessen schlenderten wir Unter den Linden entlang – das bei Weitem nicht so schön aussah, wie auf den historischen Fotos im Märkischen Museum – und entschlossen uns aus Zeitgründen und sehr zu meinem Bedauern, dem Café Einstein keinen zweiten Besuch abzustatten. Wenn ich nur an den Käsekuchen denke, der mir dort bei meinem ersten Besuch zärtlich ins Ohr flüsterte: “Du willst mich. Du brauchst mich. Du kannst nicht mehr ohne mich.” Dafür haben wir das legendäre Hotel Adlon, die HU-Berlin, die deutsche Staatsoper und diverse Museen – zumindest von außen – besichtigt.

Warum ich plötzlich angefangen habe, Stimmen zu hören, und ob ich diese Stimmen durch das Befüllen meines Magens in einem Café am Alexanderplatz wieder losgeworden bin, erfahrt ihr im nächsten Eintrag, in dem wir den Rest unserer Tour durch Berlin schildern werden.


4 comments to...
“Närrisches Berlin, Teil 2”
Tigerle

Die Bilder machen schon neugierig auf Berlin. Vor allem die Bilder vom Schloss Charlottenburg.

Ich bin nur überrascht, dass der Platz vor dem Schloss Charlottenburg so leer war. Ich hätte echt gedacht, dass dort soviele Leute warten wie vor dem Reichstag.


odonel

Das was man auf dem Foto sehen kann ist auch kein Eingang für Touristen ;) Der ist im Ostflügel angebracht, dem neusten Gebäudeteil des Schlosses. Allerdings waren da auch keine langen Schlangen, weil vermutlich der Platz nicht so begrenzt wie im Reichstag ist.

Das Schloss ist aber leider ein Einzelfall was das schöne Aussehen der Gebäude anbelangt. Davon gibt es wohl ein paar in Berlin, aber alle sind recht verstreut. Wir waren nicht im Nikolaiviertel, dort ist wohl alles historische zusammengetragen worden um eine Attraktion für die Besucher zu bieten. Leider haben wir das zu spät im Reiseführer gelesen -__-

Ich würde dir übrigens ein Reisedatum empfehlen, das den Gärten auch Möglichkeit bietet sich zu entfalten. Der spätwinterliche Schlossgarten war schon hübsch anzusehen, aber wenn alles grün ist, wird es wohl noch um einiges imposanter sein.


David

Der Hinweis auf die seltsame Schreibung des “ß” hat mich hellhörig werden lassen, da musste ich schnell mal recherchieren. Es handelt sich offenbar um eine Ligatur aus dem Zeichen für s, das wie ein kleines f ohne den Strich in der Mitte aussieht und dem geschwungenen Schreibschrift-z, das wir auch noch kennen. Unser normales ß ist dagegen offenbar eine Ligatur aus dem oben genannten f-artigen Zeichen und einem handelsüblichen s (Also eigentlich kein “Esszett”, sondern ein “Essess”). Zu verdanken hat Berlin das offenbat diesem Herrn: http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Thannhaeuser

Man kann also einiges über Berlin herausfinden, indem man zu Hause am Rechner sitzt. Trotzdem beneide ich euch um euren Besuch. Es muss schön sein, sich die Stadt aus der Nähe anzusehen. Ich fand es sehr interessant, dass das Holocaust-Mahnmal offenbar seine Wirkung auf euch nicht verfehlt hat. Ist wohl ein Zeichen dafür, dass auch moderne Kunst ihren Zweck sehr gut erfüllen kann, solange ein gutes Konzept dahinter steht.

Schreibt ihr auch noch was über das unterirdische Berlin? Lena hatte da was anklingen lassen?


odonel

Interessante Recherche! Spannend auch, dass wir mindestens ein Schild bewusst gesehen haben, auf dem eine andere Schriftart verwendet wurde. Da kam aber glaube ich kein ß im Namen vor. War irgendwo in Friedrichshain, falls da jemand recherchieren möchte :D

Es wäre außerdem ein Verbrechen nicht über das unterirdische Berlin zu schreiben! Es kommt auf jeden Fall ;)




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