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Schelmenstück
Wo Narren spielen :3

Review: vincent will meer

Narrenspiel @ July 14th 2010 | Tags: , , ,

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Mehr als zwei Monate wollte ich diesen Film schon sehen und jetzt habe ich es – glücklicherweise! – noch geschafft.

Worum geht’s?

Vincent (Florian David Fitz, auch Drehbuchautor des Films)  wird nach dem Tod seiner alkoholkranken Mutter von seinem erfolgsbewussten, egomanen Vater (durchaus glaubhaft dargestellt von Heino Ferch) in eine Psychiatrie “abgeschoben”. Der 27-Jährige leidet unter dem Tourette-Syndrom, einer Krankheit, die nach aktuellem Stand der Wissenschaft durch eine Stoffwechselstörung in den Basalganglien entsteht und Folge einer Autoimmunerkrankung sein könnte. In der Psychiatrie lernt Vincent die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth) und den Zwangsneurotiker  Alexander (Johannes Allmayer) kennen. Gemeinsam stehlen die drei das Auto ihrer Therapeutin Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau) und fahren nach Italien ans Meer. Während des Roadmovies decken sich die Charaktere ihre verborgenen Konflikte auf und während einige daran wachsen und erwachsen werden, müssen andere einsehen, dass ernsthaft psychische Störungen nicht mit purem Eskapismus und guter Laune zu bekämpfen sind.

Worum geht’s wirklich?

Zunächst einmal geht es um die wunderbar humorvolle, herzerwärmende Darstellung der verschiedenen Charaktere und ihrer jeweiligen Eigenheiten, bei der es den Schauspielern allesamt gelingt, glaubwürdige, nicht schematische Figuren darzustellen. Die Ticks der drei “Gestörten” tragen an vielen Stellen des Films die Stimmung, ohne als flache Gagquelle zu dienen (Wie etwa in “Wo ist Fred?”).

Und dann geht es darum, dass die Grenzen eines Menschen immer nur die Grenzen sind, die er sich selbst steckt, um sein Leben zu meistern, um es einfacher zu haben oder aus Gewohnheit. In Prometheus Rising schreibt Robert Anton Wilson

“We are all giants, raised by pygmies, who have learned to walk with a perpetual mental crouch”,

und dieser Film zeigt uns eindrucksvoll, dass die einzigen Grenzen, die wir überwinden müssen, die Grenzen unseres eigenen Verstandes sind.

vincent will meer ist kein cineastisches Meisterwerk – aber ein unterhaltsamer, atmosphärischer und anregender Film, den man sich durchaus einmal anschauen kann, Dafür gibt’s von mir 3,5  von 5 Narrenschellen.

3,5 von 5 Schellen von Narrenspiel


One comment to...
“Review: vincent will meer”
Velaz

Klingt gut! Roadmovies mag ich eh. Da werde ich mir den hier mal vormerken.




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Als die aufmerksamkeits- und leserabhängigen Narren, die wir sind, bleibt uns natürlich keine andere Wahl, als populistische Blogeinträge zu schreiben, und dazu gehört nun einmal selbstverständlich Lena … Genau! Lena Meyer-Landrut sollten die ehrenhalber Vierzig verliehen werden! Wenn sie als Vierzigjährige anerkannt wird könnte sie nämlich ungeachtet ihres biologischen Alters Bundespräsidentin werden. Das wäre doch phänomenal, oder? Wenn man mit der Wahl einer Castingshow auch gleich seine Politiker mitbestimmen könnte, wäre das doch die ultimative direkte Demokratie.

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