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Schelmenstück
Wo Narren spielen :3

Psychologie und Rollenspiel

Narrenspiel @ November 30th 2011 | Tags: , ,

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Narrenspiel sagt

Narrenspiel:

Ich muss ja gestehen, dass ich Pen&Paper-Rollenspiele nicht nur deswegen faszinierend finde, weil es wahnsinnigen Spaß macht sie zu spielen, sondern auch, weil dabei viele komplexe kognitive, emotionale und soziale Prozesse ablaufen, die – meistens – einfach so für alle Beteiligten gut funktionieren.

Wie lässt es sich erklären, dass alle Spieler das gleiche Bild der Handlung im Kopf haben, wenn der Spielleiter einen Schauplatz beschreibt? Warum und unter welchen Bedingungen passiert es manchmal, dass jeder ein unterschiedliches Bild im Kopf hat? Wieviel des gemeinsamen Vorstellungsraumes muss sich “überlappen”, damit Rollenspiel möglich ist, wieviel darf undefiniert und damit Teil der eigenen Phantasie bleiben?

Welche Prozesse sind am Werk, wenn ich mich an einem Rollenspielabend grusele oder nach einem Spielabend vor Spannung zittere? Mit welchen Mitteln kann ich erreichen, dass sich meine Spieler so fühlen, dass sie möglichst viel Spaß aus der Szene ziehen? Und was passiert eigentlich, wenn sich meine Spieler euphorisch, traurig, ängstlich oder aggressiv fühlen, welche Folgen hat das für das Spiel und für kognitive und soziale Prozesse? Und kann ich meine Spieler vielleicht gar durch bestimmte Stimmungen dazu manipulieren, bestimmt Dinge zu tun oder einen bestimmten Spielstil zu verfolgen?

Wie klappt es eigentlich, dass sich so unterschiedliche Menschen an einem Spieltisch zusammen setzen und Spaß haben? Im Internet und auf Cons sogar Menschen, die sich noch nicht zuvor gesehen haben. Gibt es interindividuell unterschiedliche Spielereigenschaften und Spielvorlieben und sollte ich diese innerhalb der Gruppe irgendwie matchen, damit der Spielspaß maximal wird? Welche Mechanismen gibt es, mit denen Spieler der Gruppe ihre Wünsche und Interessen vermitteln? Welche Methoden kann ich als Spielleiter einsetzen, damit die Spieler als Gruppe miteinander harmonieren und Spaß zusammen haben?

Das alles – ihr lest es schon heraus – sind Fragen, die weniger mit einem wissenschaftlichen Interesse begründet sind (naja, auch… ich kann mir halt nicht helfen), da ich kaum empirische Untersuchungen zu diesen Fragen veranstalten kann, sondern die vor allem einen direkten Anwendungsbezug haben: Kann ich mit Hilfe psychologischer Konstrukte und Theorien verstehen, was im Rollenspiel passiert, und wenn ja, wie kann ich es nutzen, damit alle Beteiligten an einem Spielabend davon profitieren? Und da ich ohnehin besser denken kann, wenn ich schreibe, denke ich hier einfach mal in der nächsten Zeit laut nach, in der Hoffnung, dass vielleicht jemand anderes für seine Spielrunde auch einen Nutzen daraus ziehen kann.


One comment to...
“Psychologie und Rollenspiel”
Rastho

hi narrenspiel bin bei meinem gelegentlichen streifen durch die drachenzwinge auf deinen Blog gestoßen. Die Fragen die du da stellst sind sehr gut. Es ist leider so schwer sie zu beantworten bzw. Leute zu finden die sich für ihre Beantwortung begeistern können.

Wie der individuelle Vorstellungsraum entsteht und sich durch die Beschreibungen des SLs mit Personen, Dingen, Farben, Geräuschen, Gerüchen und Handlung und im besten Fall sogar mit Emotionen füllt ist wahrscheinlich der größte Teil des Stein der Weisen des Rollenspiels.

Aber erstmal herauszufinden was die lieben Mitspieler überhaupt gerne in ihrem Vorstellungsraum serviert bekommen wollen ist sicher ein ebenso großes Rätsel. Wie kann man so etwas abstraktes wie Vorlieben in Geschichten erfragen und schließlich in der Weise einbauen wie es die einzelnen Spieler gerne hätten?

Ich freu mich bei dir solche Gedanken zu lesen und werde gern mal wieder vorbeischauen.

Lass es dir gut gehen

Rastho




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Der geilste Shit des Jahres ist geschehen! So wie Scott Pilgrim mich letztes Jahr weggefegt und berührt hat, so schafft es dieses Jahr ein Videospiel mich arg zu beeindrucken. Die Rede ist vom Xbox Live Arcade Titel Bastion, der vor drei Wochen im Rahmen des Summer of Arcade erschienen ist. Für alle PC Zocker, auch die mit schwachem Rechner, lohnt sich aber trotzdem das Weiterlesen, denn wie schon erwähnt geht es ab dem 16. August auf Steam los!

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Jede Rollenspielhandlung induziert automatisch Stimmungen in den beteiligten Personen – und teilweise versuchen wir als Spielleiter gezielt, mit Hilfe von Musik oder Beschreibungen bestimmte Stimmungen in unseren Spielern auszulösen. In diesem Artikel wird es darum gehen unter Rückgriff auf psychologische Theorien zu verstehen, welchen Einfluss bestimmte Stimmungen auf bestimmte Aspekte menschlichen Verhaltens haben können und wie sich diese Stimmungseffekte nutzen lassen, um als Spielleiter (und in weniger hierarchischen Gruppen auch als Spieler) das Gruppenspiel zu beeinflussen.

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